Allgemein

Zuckerentzug durchstehen

Den ersten Schritt nach der Diagnose Diabetes TYP2 sollte der Gang zur Ernährungsberatung darstellen. Doch was wenn man nicht gleich einen Termin bekommt? Bei mir hat es immerhin 3 Monate gedauert bis ich einen Termin bekommen hatte. Bis die Ernährungsberatung startet kann jedoch jeder schon einmal selbst akiv werden.

Den Körper vom Zucker entwöhnen

Wenn du Lust auf Süßes verspürst, denke immer daran: Dieses Zeug hat dazu geführt dass Du krank wurdest. Das mag jetzt zwar etwas hart klingen, aber es ist die Wahrheit. Doch keine Angst, Du musst nicht für immer auf süße Leckereien verzichten, wenn Du dein Diabetes in den Griff bekommen willst. Vielmehr wirst Du dich durch einen Zuckerentzug dafür sensibilisieren, dich nicht mehr jedem Süßkram der Dir über den Weg läuft einfach unüberlegt hinzugeben. Sondern Du wirst genau darüber nachdenken welche Süßigkeit Deine Belohnung sein darf und Du wirst lernen diese zu geniessen. Damit verbesserst Du nicht nur Deine Gesundheit, Du verbesserst dadurch auch Deine Lebensqualität immens.

Durchhalten

Das wichtigste beim Zuckerentzug ist es durchzuhalten. Ich kann Dir versprechen dass es nicht lange dauern wird bis Du vom Zucker losgekommen bist. Bei mir hat es gerade mal ca. 2 Wochen gedauert. Allerdings bedarf es etwas an Durchhaltevermögen. Mir hat es geholfen, immer wenn ich ein Lebensmittel in den Händen hielt, dass meiner Meinung nach zu viel Zucker beinhaltete, mir ein Stück Würfelzucker mit zwei Hörnern und einem Dreizack in der Hand vorzustellen. Wie einen kleinen süßen Teufel eben. Da nahezu jedes Lebensmittel Zucker enthält kommt man niemals ganz ohne Zucker aus. Deshalb ist es wichtig die zu sehr „überzuckerten“ Lebensmittel zu erkennen und aus Deinem Leben zu streichen. Am Besten fängst Du damit an Zuckerhaltige Lebensmittel durch zuckerreduzierte Alternativen zu ersetzten.

Beispiel:

Ich liebe Tomatenketchup. Normaler Tomatenketchup enthält im Durchschnitt ca. 20g Zucker pro 100ml. Bei Rewe habe ich einen Tomatenketchup gefunden, welcher nur 5g Zucker pro 100ml entält.* So kann ich weiterhin Tomatenketchup verzehren ohne Angst haben zu müssen dass mein Blutzuckerwert in schwindelerregende Höhen steigt. Natürlich darf ich jetzt nicht die Menge an Ketchup erhöhen.

Ausmisten

Durchforste deinen Vorratschrank und entsorge (oder verschenke) jegliche Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränke. Auch herkömmlichen Haushaltszucker und zuckerhaltige Backutensilien solltest Du vor die Türe setzen. Wenn keine zuckerhaltigen Lebensmittel im Haus sind, kommst Du auch nicht in Versuchung schwach zu werden. Es erfordert wesentlich mehr Willenskraft, noch mal einkaufen gehen zu müssen als wenn man einfach nur an den Vorratsschrank gehen muss. Gegen die anfänglichen Heißhungerattacken helfen auch Käse oder Wurst. Auch eine Handvoll Erdnüsse kann schnell und ungefährlich Abhilfe schaffen. Eine Tasse Früchtetee kann ebenfalls gegen die ungeliebten Stimmungskiller helfen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Nimm kein Instant-Tee-Pulver, denn hier ist ebenfalls von Grund auf viel Zucker enthalten. Hier ein erschreckendes Beispiel –> https://fddb.info/db/de/lebensmittel/ricola_ricola_schweizer_kraeutertee_instant-kraeuterteegetraenk/index.html Idealerweise nimmst Du Teebeutel oder offene Tees welche mit Hilfe eines Tee-Sieb* aufgebrüht werden.

Werbung

Zuckerreduziertes Naschen

Statt Gummibärchen zu kauen, lutsche ich jetzt Zuckerfreie Bonbons (überwiegend von Ricola) oder Fisherman´s Friend ohne Zucker. Heute habe ich beim Einkaufen Corny „Free“* für mich entdeckt. Mit nur 13,4 g Kohlenhydrate und 0,4g Zucker pro Riegel ist das der ideale Snack (die ideale Belohnung) für mich. Natürlich gibt es bei mir auch diesen Snack nicht jeden Tag sondern maximal zweimal pro Woche.

Grenzen setzen

Versuche am Anfang nicht mehr als 25g Zucker bzw. 130g Kohlenhydrate pro Tag zu dir zu nehmen. Das schafft man, indem man statt Brötchen und Brot aus Weizenmehl auf Roggen und Vollkornbrot umsteigt. Noch besser eignet sich an dieser Stelle Eiweisbrot.

Vorsicht ist auch bei fertigen Brotaufstrichen geboten. Hier lauern gerne mal 10-15g Zucker auf 100g Brotaufstrich. Hier lieber auf Kräuterquark oder Frischkäse ausweichen. Ausserdem solltest du dir angewöhnen selbst frisch zu kochen. Nur so kannst Du kontrollieren wie viel Zucker Deine Mahlzeit enthält. Fertiggerichte sind meist von vorne herein zu sehr überzuckert.

Durchhalten lohnt sich!

Nach ein paar Tagen wirst Du keinen Heishunger mehr verspüren und Süßigkeiten immer weniger vermissen. Seit dem ich nur nuch wenig Zucker zu mir nehme, habe ich auch kein Sodbrennen mehr, bin allgemein fitter und konzentrierter. Die Arbeitstage sind lange nicht mehr so anstrengend und ich habe auch Abends viel mehr Energie.

Vergleichen

Früher trank ich gerade in den Sommermonaten gerne mal ein Radler (50% Bier & 50% Zitronenlimonade). Seit bei mir Diabetes Typ 2 festgestellt wurde war das für mich Tabu. Wegen dem hohen Zuckergehalt in der Limonade. Neun Monate nach der Diagnose Diabetes Typ 2 habe ich mir auf einer Firmenfeier mal wieder ein Radler gegönnt. Es schmeckte scheusslich. Ich fand es viel zu süss. Zu hause mischte ich mein Radler selbst mit Zuckerfreier Limonade. Ich habe mich inzwischen an weniger süße Lebensmittel bzw. Getränke gewöhnt. Vor meinem Zuckerentzug war Bounty eine meiner lieblings Süßigkeiten. Heute bekomme ich solche Riegel nicht mehr herunter. Auch das Stück Käsesahne bei der Geburtsagsfeier meiner Schwiegermutter war fast schon eine Qual für mich. Den Rest des Nachmittags hatte ich ein flaues Gefühl im Magen. Mir war zwar nicht wirklich schlecht, aber ein wenig unwohl. Vor dem Zuckerenzug fühlte ich mich nach dem gleichen Stück Käsesahne müde und erschöpft und bekam regelmäßig Sodbrennen. Versuchen Sie das bitte einmal selbst. Verzichte einmal zwei Wochen auf Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt und iss dann ein Stück Kuchen oder Torte. Du wirst spüren wie Dein Körper sich dann gegen solche Zuckerbomben wehrt. Denn Zucker ist kein notwendiges Lebensmittel für den Menschlichen Körper. Vielmehr kann der Körper eigenständig Zucker aus zugeführten Kohlenhydraten extrahieren.

Den Einstieg finden

Am schlimmsten fand ich es den Einstieg in die Welt der Kohlenhydrate und Zuckergehlt von Lebensmitteln zu finden. Aber auch dafür gibt es inzwischen Unterstützug in Form eines ganz speziellen Buches. In diesem Buch werden Portionsgrößen anhand von Fotos beschrieben und mit den ensprechenden Nährwerten versehen. So kann der Leser anhand von Fotos eischätzen wie viele Kalorien, Kohlenhydrate, Fett, Ballaststoff usw. seine Mahlzeit enthällt. Der Vorteil besteht darin, dass der Leser sich im Laufe der Zeit die Bilder einprägt und gar nicht mehr rechnen muss, sondern anhand der Menge gut abschätzen kann wie viele Kalorien und Kohlenhydrate seine Mahlzeit enthält.