Schlechte_Gewohnheiten
Allgemein

Wenn die Ausnahme zur Regel wird

Schlechte Gewohnheiten

Wenn eine Ausnahme einmal zur Regel geworden ist, dann hat sich aus dieser Ausnahme bereits eine ausgewachsene Gewohnheit manifestiert. Normalerweise sollten Menschen instinktiv nur dann eine Gewohnheit entwickeln, wenn es darum geht ihrem Körper und Geist etwas gutes zu tun. Warum entwickeln die Menschen dann aber Gewohnheiten die ihnen offensichtlich schaden? Folgende schlechte Gewohnheiten haben sich leider in der Gesellschaft etabliert und gefestigt.

  • Alkohol trinken
  • Rauchen
  • falsche Ernährung
  • zu wenig Bewegung
  • ständige Erreichbarkeit
  • Reizüberflutung
  • Einnahme von Drogen
 Es gibt sicherlich noch viele mehr. Und täglich kommen neue schlechte Gewohnheiten hinzu.

 

Schlechte_Gewohnheiten
Werden Gäste erwartet, landen automatisch Süßigkeiten und Knabbereien auf dem Tisch. Gewohnheiten wie diese haben wir von unserern Eltern und Großeltern übernommen.
Von den Vorfahren gelernt...

…haben wir diese schlechte Gewohnheit. Erwartet man Gäste werden automatisch Süßigkeiten oder Knabberartikel gekauft und auf den Tisch gestellt. Aus Gewohnheit greift man immer wieder zu, bis die Schälchen leer sind. Und was macht der Gastgeber? Er legt nach damit man ihm nicht nachsagen kann, dass seine Gäste hungrig nach hause gehen müssen. Unbewusst werden hier schlechte Gewohnheiten gefördert. Da ich Süßigkeiten aus meinem Leben verbannt habe, reizt mich ein solcher Anblick in keinster Weise mehr.

Wie kommen schlechte Gewohnheiten zustande?

Vor der Geburt

Einige erlernen wir bereits vor unserer Geburt. Schon im Mutterleib erlernen wir Gewohnheiten die uns das Leben ermöglichen. Aber auch solche die uns später das Leben schwer machen können. Ist die Mutter Raucherin und somit nikotinabhängig, wird auch das Ungeborene diese Abhängigkeit besitzen. Dies führt dazu dass es in seinem späteren Leben eher dazu neigt selbst mit dem Rauchen anzufangen.

Die Kindheit

Die meisten schlechten Gewohnheiten lernen wir jedoch in unserer frühen Kindheit. Hier bereits entscheidet sich wie wir uns später ernähren oder wie wir uns in Stressituationen verhalten. Ebenso entscheidet sich dann ob wir uns zu selbstbewussten psychisch starken Persönlichkeiten oder zu eher introvertierten risokoscheuen Menschen entwickeln. In dieser Lebensphase entwickeln wir Vorlieben für Geschmäcker, spätere Hobby´s, Verhaltensweisen oder auch dem zukünftigen Lebensstil. Das schlimmste daran ist allerdings dass wir uns das alles von den Erwachsenen abschauen. Die sind sich dessen aber nur selten bewust, wodurch wir uns auch viele schlechte Gewohnheiten abschauen.

Sehr stark prägen sich in der frühen Kindheit auch unserer Essgewohnheiten. Kinder werden gerne mit etwas Süßem belohnt. So werden sie sehr früh an den Geschmack von Zucker gewöhnt. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich dass es heutzutage weltweit mehr übergewchtige Menschen gibt als Unterernährte. Noch vor weniger als dreissig Jahren war es umgekehrt.

Die Pupertät

Einige schlechte Gewohnheiten kommen während der Pupertät dazu. In dieser Zeit werden die ersten Zigaretten ausprobiert oder das erste Bier und der erste Schnaps getrunken. Noch schlimmer sind sogenannte Alco-Pops welche durch Ihren süßlichen Geschmack für harmloser gehalten werden. In Wirklichkeit enthalten sie allerdings mehr Alkohol als reines Bier oder Radler (Alsterwasser) und werden desshalb oft unterschätzt. Meist wird man während der Pupertät auch das erste mal mit Drogen konfrontiert.

Das Erwachsenenalter

Doch auch im späteren Verlauf des Lebens ist man nicht vor schlechten Gewohnheiten gefeit. Im Grunde kann man aber sagen dass die meisten davon aus Neugier entstehen.

Man probiert etwas neues aus und wenn es einem gefällt macht man es wieder. Irgendwann macht man es Regelmäßig und die Gewohnheit hat sich manifestiert.

Wie wird man schlechte Gewohnheiten wieder los ?

Indem man sich Bewusst wird dass diese Gewohnheit schlecht für einen ist. Bei mir fing es mit der Diagnose Diabetes TYP2 an. Da ich mich mit meiner neuen Krankheit auseinandersetzen musste, lernte ich wie mein Körper funktioniert und wie ich manche Körperfunktionen durch die Einnahme von bestimmten Stoffen beeinflussen kann (Zucker z.B. leitet die Auschüttung von Insulin ein, Insulin im Blut verhindert den Fettabbau). Auch lernte ich welche Stoffe sich negativ auf Körperfunktionen auswirken. In diesem Fall eben der Zucker. Obwohl man weis dass zu hoher Zuckerkonsum dick macht, konsumiert man ihn unentwegt weiter. Erst wenn man genauer hinsieht und versteht was der Zucker mit unserem Körper macht, dann ist man bereit etwas zu ändern.

Funktioniert das mit allen Gewohnheiten?

Ich lehne mich jetzt einmal ganz weit aus dem Fenster und behaupte „JA“. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund. Während meiner letzten Reha nahm ich an einem Rauchentwöhnungsseminar teil. Bis dahin hatte ich Angst vor der Rauchentwöhnung, weil ich mir nicht sicher war dass ich es schaffen könnte mit dem Rauchen aufzuhören. Woher diese Ängste kamen, wurde mir erst im nachhinein klar. Ich hatte mich von meinem Umfeld beeinflussen lassen. Man suggerierte mir dass es hart werden würde und ich kämpfen und „durchhalten“ müsse. Man empfahl mir „Nikotinpflaster“ zu benutzen und „Nikotinspray“. Wieso soll ich meinem Körper Nikotin geben wenn ich ihn vom Nikotin entwöhnen möchte. Während des Seminares wurden mir die Ängste genommen, indem man mich aufklärte wie Nikotin im Körper wirkt. Mit einem mal waren die Ängste weg und ich rauchte die letzte Schachtel noch zu Ende. Da ich Nachts durchschnittlich 8 Stunden schlafe, hatte ich am nächsten Morgen bereits die ersten 8 Stunden des körperlichen Entzugs hinter mir.

Das kenne ich doch irgendwo her

An dieser Stelle hatte ich ein DejaVu. Die Entscheidung einen Zuckerentzug zu beginnen traf ich damals aus genau dem selben Grund. Wenn ich will dass mein Blutzuckerspiegel sinkt, dann darf ich meinem Körper keinen Zucker verabreichen. Und wie ich euch bereits in einem früheren Beitrag berichtet hatte hat das sehr gut funktioniert. Nach rund 48 Stunden war der körperliche Nikotinentzug überstanden, und es begann der psychische Entzug. Doch auch der war ein Kinderspiel. Immer wenn ich mir dachte „jetzt kannst du ja gleich eine rauchen“, dann erinnerte ich mich daran dass ich ja gar nicht mehr rauche und die Sache war gegessen. Je länger ich nicht rauchte um so seltener kam ich in eine solche Situation. Ich muss auch nicht „durchhalten“ weil rauchen kein Thema mehr in meinem Leben ist, genau so wie der Zuckerkonsum. Bereits nach ein paar Tagen konnte ich mich unter Raucher mischen, ohne das Verlangen zu haben, eine rauchen zu müssen. Auch kann ich anderen Menschen beim Kuchen essen zusehen ohne selbst Lust auf ein Stück Kuchen zu bekommen. Inzwischen komme ich 22 Monate ohne Zucker und 2,5 Monate ohne Zigaretten aus. Und ich vermisse weder das eine noch das andere.

Fazit

Schlechte Gewohnheiten eignet man sich nicht von heute auf morgen an. Man gewöhnt sie sich langsam und über einen längeren Zeitraum an. Hat man erst einmal erkannt, dass man eine Gewohnheit hat die einem Schaden zufügt, kann man diese ganz einfach wieder loswerden. Alles was man dafür tun muss ist sich mit seinem Körper auseinander zu setzen und zu lernen was dem Körper gut tut und was nicht. Hat man einmal dieses Wissen in sich aufgesogen, kann man es auf alle schlechten Gewohnheiten ummünzen und so mit jeder schlechten Gewohnheit fertig werden.

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